Einsatz-Gerüstsystem (EGS)

Das Einsatz-Gerüstsystem (EGS)

THW Einsatzkräfte beim Abstützen einer Fassade mit dem EGS. Foto: Marc Rau

Das Technische Hilfswerk verwendet ein handelsübliches Baugerüstsystem als eines seiner vielseitigsten Einsatzwerkzeuge unter der Bezeichnung Einsatzgerüstsystem (EGS). Die eingesetzten Systeme der Hersteller Layher und Plettac eignen sich nicht nur um sehr variable Arbeitsplattformen für Bergungsarbeiten aufzubauen, sondern auch für Abstützaufgaben oder zur Errichtung von kleinen Lastkränen oder Stegkomplexen. Das THW gibt dazu im Handbuch EGS eine umfangreiche Palette an zugelassenen Konstruktionen vor.

Das Einsatz-Gerüstsystem wird in vier verschiedenen Ausbaustufen disloziert. Der Ortsverband Bielefeld verfügt mittlererweile über die maximal mögliche vierte Ausbaustufe und somit über ein umfassendes Sortiment an Bauteilen. Neben sehr einfachen Konstruktionen, wie beispielsweise verschiedene Arbeitsplattformen können unsere Einsatzkräfte damit auch komplexe Bauwerke wie einen Hochwassersteg realisieren.

Als Erweiterung zu diesen Standardkonstruktionen, die auch im konventionellen Gerüstbau eingesetzt werden, hat das Technische Hilfswerk in Kooperation mit den Herstellern der Bauteile und professionellen Statikern eigene, für die speziellen Anforderungen im Einsatzfall konzipierte Konstruktionen erarbeitet und im EGS Handbuch zusammengetragen. Dazu zählen beispielsweise mit minimalem Materialaufwand zu realisierende Kran- und Auslegerkonstruktionen, die bereits mit der ersten EGS Ausbaustufe errichtet werden können und ca. 300 kg tragen können. Mit höheren Ausbaustufen können nicht nur Deckenstützen mit einer Maximalbelastung von 15 kN durch Verbindung zweier (Gewinde-)Fußplatten mittels eines Vertikalstils realisiert werden sondern auch bis zu 25 kN je Vertikalstil tragende Abstütztürme. Auch das Abstützen ganzer Häuserfassaden ist durch den Einsatz des EGS möglich. Die maximal mögliche Belastung ist hierbei von der Größe der benutzten Konstruktion abhängig und liegt bei 9 kN pro Kontaktpunkt zur Wand. Mit der uns zur Verfügung stehenden vierten Ausbaustufe ist neben diesen Konstruktionen auch der Bau von freitragenden Fußgängerbrücken oder Hochwasserstegen (Belastbarkeit 5kN pro Quadratmeter) oder Desinfektionsschleusen zur Dekontaminierung von LKW oder Einsatzfahrzeugen möglich. Zu den entsprechenden Bausätzen gehört ebenfalls eine Grundausstattung an Unterleghölzern, Keilen und Befestigungs- bzw. Sicherungsmaterial (Erdnägel, etc.)

Für die Errichtung des EGS werden die Bergungsgruppen ausgebildet. Unsere EGS Spezialisten benötigen für den Aufbau einer der oben genannten Konstruktion zwischen wenigen Minuten (Kransysteme, Bergungsplattformen) bis zu einigen Stunden (z.B. Brücken und Hochwasserstege). Falls mehr EGS Material im Einsatz nötig ist, können wir dank normierter Bauteile weitere EGS Sätze aus anderen Ortsverbänden anfordern. Somit sind auch schwierige Einsätze mit höchstem Materialaufwand handhabbar.

 

Mehr Information