Wesel, 06.07.2015, von Lukas Bogunovic

Standortverlagerte Bergungsübung in Wesel

Bei sommerlichsten Temperaturen fand am vergangenen Wochenende die jährliche standortverlagerte Ausbildung des Ortsverbandes Bielefeld auf dem THW-Übungsgelände im niederrheinischen Wesel statt. Themenschwerpunkt in diesem Jahr war die Menschenrettung aus schwierigen Lagen, insbesondere Höhen und Trümmer.

Sämtliche Bergungs- und Fachgruppen des Ortsverbandes Bielefeld nahmen an der diesjährigen Ausbildung mit Schwerpunkten im Bereich Menschenrettung aus schwierigen Lagen teil. Um 18:00 Uhr verließ der zusammen gestellte Marschverband, bestehend u.a. aus 2 Gerätekraftwagen, einem Autokran, einem MLW IV und 2 Mannschaftstransportwagen unser Gelände mit Ziel Wesel. Das dortige THW-Übungsgelände bietet exzellente Voraussetzungen, um solche Rettungs- bzw. Bergungsübungen durchzuführen, u.a. mehre Übungshäuser und Trümmergelände.

Aufgrund der extremen Temperaturen am vergangenen Wochenende wurde jedoch schnell klar, dass die eigentlich für Samstag geplanten Übungen besser als Nacheinsatzübungen durchgeführt werden sollten. Die Übungsleitung hatte dazu mehrere Verletztendarsteller auf dem Gelände, in den Trümmern und in den Übungshäusern versteckt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wetterwarnungen für den Sonntag wirkte das Szenario "Menschenrettung nach schwerem Unwetterschaden" besonders motivierend. Die Bergungsgruppen halten für diese und ähnliche Einsatzszenarien eine große Zahl an Gerätschaften und Taktiken vor, um Menschen zu Orten und aus schwierigen Lagen zu retten. Hierzu zählen verschiedene hydraulische Rettungsgeräte, z.B. zum Bewegen von Trümmern oder diverse Abstützsysteme zur Gebäudesicherung aber auch Stromgeneratoren und Beleuchtungsanalagen. Mit recht profanen Dingen, wie Steckleiterteilen und einem Schleifkorb lassen sich zudem sehr einfache und effektive Lösungen schaffen, um Verletzte aus Höhen oder Tiefen zu retten. Die Nachtübung lief bis ca. 01:00 Uhr am Samstagmorgen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer detaillierten Manöverkritik, verbrachten unsere Einsatzkräfte den Samstagvormittag mit Detailausbildungen an bestimmten Gerätschaften. Der Nachmittag wurde jedoch aufgrund der extremen Temperaturen von knapp 40 °C nicht mehr zur Übung genutzt. Stattdessen verhalf ein selbst errichteter Pool zur nötigen Abkühlung. Im Anschluss führten die Atemschutzgeräteträger des Ortsverbandes ihre jährliche Sommerübung durch. In den Übungshäusern und den Trümmergeländen floss der Schweiß in Strömen und zur Simulation von Brandeinsätzen war nicht einmal ein Heizstrahler erforderlich.

Geschafft und begeistert von den absolvierten Übungen schliefen alle Einsatzkräfte in der Nacht von Samstag auf Sonntag bestens. Die Rückverlegung erfolgte am frühen Sonntagmorgen. Bereits am Montag waren Sie schon wieder im Einsatz, da die Gewitter (nicht nur) in Bielefeld große Schäden angerichtet hatten.


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