20.08.2021, von Christian Plehn

Brücken für den Wiederaufbau

Das Hochwasser fügte den Brücken in den betroffenen Kreisen massive Schäden zu. Allein im Kreis Ahrweiler wurden 13 Brücken beschädigt und 62 Brücken zerstört. Andernorts, zum Beispiel im Kreis Euskirchen, sieht es nicht besser aus. Hier wartet noch viel Arbeit auf die Brückenbau-Spezialisten des THW.

Quelle: THW

Derzeit gibt es bundesweit 16 Fachgruppen Brückenbau. Die Kernkompetenz dieser Kameradinnen und Kameraden ist das Errichten von Behelfsbrücken. Das Spektrum reicht hierbei von der Fußgängerbrücke bis zur Eisenbahnbrücke. Je nach Erfordernis kommen hier unterschiedliche Brückensysteme zur Anwendung. Aber auch für individuelle Lösungen wird die richtige Ausstattung bereitgehalten.

Am 16. August bekamen drei Helfer der Fachgruppe Brückenbau des THW-Ortsverbandes Bielefeld den Auftrag, den Bau einer Behelfsbrücke in Hattingen zu unterstützen. Hier kam keines der vorgefertigten Brückensysteme zum Einsatz. Stattdessen wurden auf ein bereits gegossenes Brückenfundament Stahlträger gelegt, die die Basis für die weitere Brückenkonstruktion bildeten. Benötigt wurde hierfür ein Kran, der zur Ausstattung der Fachgruppe Brückenbau gehört.

Auch wenn eine Brücke nach Fertigstellung ein großes und wuchtiges Bauwerk ist, so kommt es bei der Planung doch auf Präzision an. Bevor eine Brücke errichtet werden kann, muss sie deshalb exakt eingemessen werden. Zu diesem Zweck entsandte der Ortsverband Bielefeld am 18. August drei weitere Helfer nach Euskirchen. Die dort ermittelten Ergebnisse dienen unter anderem auch der Vorbereitung von Brückenlagern, auf denen die spätere Behelfsbrücke ruhen wird, wie auch der Vorbereitung einer Fläche zum Bau der Brücke oder der abschließenden Konstruktion von Rampen, über die sie befahren werden kann.

Weitere fünf Einsatzkräfte machten sich auf den Weg nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das THW setzt erstmals ein neues Brückengerät namens „Mabey Compact 200“ ein. Es löst die seit dem zweiten Weltkrieg bewährte „Bailey Brücke“ ab und ist eine weniger wartungsintensive Weiterentwicklung dieses Systems. Gemeinsam mit Kameraden und Kameradinnen des THW-Ortsverbandes Freising machten sich die Bielefelder Helfer mit diesem neuen Brücken-System vertraut. Optimal genutzt wurde die Ausbildung dadurch, dass hierbei innerhalb von nur zehn Stunden eine 36 Meter lange Fußgängerbrücke entstand, die nun darauf wartet, dass sie nach Fertigstellung der Brückenlager mit einem Autokran eingehoben und anschließend in Betrieb genommen werden kann. Die THW-Ortsverbände Mönchengladbach und Pfedelbach errichteten zeitglich eine weitere Fußgängerbrücke.

Derzeit befinden sich in den betroffenen Gebieten zahlreiche Brücken in Planung. Bei dem Ausmaß der Zerstörung stellt die Verfügbarkeit von Brückengerät ein Problem dar, welches eine Priorisierung der zu ersetzenden Bauwerke erfordert. Dieser Prozess ist im Gange. Im Anschluss daran wird auf die Fachgruppen Brückenbau wohl noch der eine oder andere Einsatz zukommen.


  • Quelle: THW

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